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Socken häkeln – kostenlose Anleitung – Schritt für Schritt zu Selbst Gehäkelten Socken

Socken häkeln – kostenlose Anleitung – Schritt für Schritt zu Selbst Gehäkelten Socken

Bei selbst gehäkelten Socken entscheidet sich oft schon nach den ersten paar Schritten, ob sie gern getragen werden: Sitzen sie am Spann zu eng, rutschen sie in den Schuhen oder fühlen sich die Maschen unter dem Fuß unangenehm fest an? Gerade deshalb lohnt es sich, nicht einfach irgendeine Wollmenge und Häkelnadel zu nehmen. Mit einer passenden Maschenprobe und einer gut sitzenden Ferse werden gehäkelte Socken erstaunlich alltagstauglich. Die folgende Anleitung ist für ein Paar in einer mittleren Erwachsenengröße gedacht und lässt sich über Fußumfang und -länge anpassen.

Material und Passform: lieber vorher messen

Du brauchst etwa 100 bis 120 g Sockengarn, idealerweise eine Mischung aus Wolle und Polyamid, sowie eine Häkelnadel um 3 mm. Das Polyamid macht die Ferse und die Spitze abriebfester. Eine stumpfe Wollnadel zum Vernähen und zwei Maschenmarkierer sind ebenfalls hilfreich. Wenn du ein eher festes Häkelbild hast, nimm eine größere Nadel; bei lockeren Maschen entsprechend eine kleinere.

Die Anleitung ist auf einen Fußumfang von ungefähr 22 cm und eine Fußlänge von etwa 24 cm ausgelegt. Häkle zuerst eine Maschenprobe aus festen Maschen in Spiralrunden und miss sie nach dem Waschen und Trocknen. Ziel sind ungefähr 24 feste Maschen auf 10 cm. Socken sollen eng anliegen, ohne einzuschneiden. Bei dieser Maschenprobe ergeben 52 Maschen rundherum etwa 21,7 cm – eine kleine negative Weite, die verhindert, dass der Schaft später herunterrutscht.

Miss den Fuß an seiner breitesten Stelle und die Länge von der Ferse bis zur längsten Zehe. Weicht dein Umfang deutlich ab, rechne die Maschenzahl in Vielfachen von vier um: etwa 48 Maschen für einen schmaleren, 56 für einen kräftigeren Fuß. Passe die Fersenbreite dann ebenfalls an, denn sie umfasst jeweils ungefähr die Hälfte aller Maschen.

Der Schaft beginnt mit einem weichen Rippenbündchen

Für das Bündchen 9 Luftmaschen anschlagen. In der zweiten Luftmasche ab der Nadel beginnen und feste Maschen häkeln. Am Ende jeder Reihe eine Luftmasche zum Wenden arbeiten. Häkle die festen Maschen jeweils nur in das hintere Maschenglied; so entsteht ein elastisches Rippenmuster. Wiederhole die Reihen, bis der Streifen locker um den Knöchel reicht. Bei der Beispielgröße sind das ungefähr 24 cm. Ziehe das Bündchen beim Messen nicht lang, sonst wird der fertige Schaft zu weit.

Lege die kurzen Enden des Streifens aufeinander und verbinde sie mit Kettmaschen oder nähe sie mit der Wollnadel zusammen. Nun hast du einen Ring. Entlang einer langen Kante gleichmäßig 52 feste Maschen aufnehmen. Verteile sie möglichst gleichmäßig über den Bündchenrand; einzelne kleine Abweichungen fallen weniger auf als eine sichtbar geraffte oder ausgeleierte Kante. Einen Markierer an den Rundenanfang setzen und in Spiralrunden weiterhäkeln.

Häkle den Schaft mit festen Maschen, bis er vom oberen Rand des Bündchens etwa 12 cm misst. Wer gern längere Socken trägt, kann hier problemlos ein paar Zentimeter ergänzen. Achte darauf, dass die Maschen nicht fester werden als am Bündchen – ein merklich engerer Schaft kann später am Bein unangenehm drücken.

Die Fersenklappe gibt der Socke Halt

Für die Ferse wird zunächst über die Hälfte der Maschen in Reihen gehäkelt. Bei 52 Maschen sind das 26. Die übrigen 26 Maschen bilden später den Spann und bleiben vorerst liegen. Häkle über die Fersenmaschen feste Maschen, wende am Reihenende und arbeite jeweils eine Luftmasche zum Wenden. Am Reihenanfang kannst du die erste Masche auslassen, wenn du eine saubere Randkante zum Aufnehmen der späteren Maschen möchtest. Häkle ungefähr 26 Reihen. Die Klappe sollte etwa so hoch sein wie breit; bei abweichender Maschenprobe zählt vor allem, dass sie die Rückseite der Ferse bequem bedeckt.

Jetzt wird aus der flachen Klappe die Fersenkappe. Teile die 26 Maschen gedanklich in drei Bereiche: 9, 8 und 9 Maschen. Häkle auf der Vorderseite über den ersten 9 Maschen, dann über die mittleren 8. Arbeite die letzte Masche dieses mittleren Bereichs mit der ersten Masche des nächsten Bereichs zusammen ab und wende. Auf der Rückseite die erste Masche abheben, über die mittleren Maschen häkeln und wieder die letzte mittlere Masche mit der folgenden Seitenmasche zusammen abmaschen. Wende erneut.

Fahre auf diese Weise fort: In jeder Reihe wird die letzte Masche des mittleren Bereichs mit einer Masche aus dem noch offenen Seitenbereich zusammen abgemascht. Die Randmaschen verschwinden nach und nach, während die Mitte stehen bleibt. Wenn keine Seitenmaschen mehr übrig sind, liegt eine kleine, geformte Fersenkappe vor. Dieser Teil wirkt beim ersten Mal etwas weniger selbstverständlich als der Schaft; arbeite langsam und zähle die mittleren Maschen, damit die Ferse nicht schief wird.

Spann und Fuß in Runden fertigstellen

Nun wieder rundum häkeln. Entlang der ersten Seitenkante der Fersenklappe ungefähr 13 feste Maschen aufnehmen, über die 26 ruhenden Spannmaschen häkeln und an der zweiten Seitenkante ebenfalls etwa 13 Maschen aufnehmen. Über die verbleibenden Fersenmaschen weiterarbeiten. Je nach Rand und Häkelweise kann die Zahl der aufgenommenen Maschen leicht variieren. Wichtig ist, dass an beiden Seiten möglichst gleich viele entstehen und keine großen Löcher bleiben. Falls sich am Übergang ein Loch zeigt, kannst du dort eine zusätzliche Masche aufnehmen und sie in der nächsten Runde abnehmen.

Durch die aufgenommenen Maschen hast du zunächst mehr als 52 Maschen. Setze die beiden Markierer an die Übergänge zwischen Spann und Fußsohle. In jeder zweiten Runde an beiden Seiten der Ferse abnehmen: jeweils eine feste Masche vor dem Markierer mit der folgenden Masche zusammen abmaschen und direkt nach dem Markierer ebenfalls zwei Maschen zusammen abmaschen. Damit verschwinden pro Abnahmerunde vier Maschen. Wiederhole die Abnahmen, bis wieder 52 Maschen auf der Nadel sind.

Ab hier ohne weitere Abnahmen weiterhäkeln. Probiere die Socke zwischendurch an oder lege sie an den Fuß: Der Fußteil soll vom hinteren Ende der Ferse bis zum Beginn der Zehen reichen, bevor du mit der Spitze anfängst. Bei einer Fußlänge von 24 cm sind das meist ungefähr 19 bis 20 cm einschließlich Ferse; die genaue Strecke hängt von deiner Fersentiefe und davon ab, wie weit die Zehenform reichen soll. Miss lieber am Fuß als nach einer starren Rundenzahl.

Die Spitze passend schließen

Für die Spitze müssen die Maschen gleichmäßig weniger werden. Die beiden Markierer zeigen weiterhin die Seitenlinien. In einer Abnahmerunde vor jedem Markierer zwei Maschen zusammenhäkeln und nach jedem Markierer ebenfalls zwei Maschen zusammenhäkeln. So werden insgesamt vier Maschen abgenommen. Häkle zunächst jede zweite Runde eine Abnahmerunde, bis noch etwa 24 Maschen übrig sind. Danach in jeder Runde abnehmen. Die Spitze wird dadurch gleichmäßig schmaler, statt vorne plötzlich eine harte Kante zu bilden.

Wenn noch ungefähr 12 Maschen übrig sind, den Faden mit etwas Länge abschneiden und durch die verbleibenden Maschenschlaufen ziehen. Festziehen, die Spitze auf links wenden und den Faden sorgfältig vernähen. Ziehe nicht ruckartig: Eine zu stramm geschlossene Spitze kann sich beim Tragen unangenehm knubbeln. Wenn du eine flachere Spitze bevorzugst, kannst du die letzten Maschen stattdessen mit der Wollnadel im Maschenstich schließen.

Die zweite Socke wird leichter – mit einer kleinen Kontrolle

Vernähe alle Fäden und wasche die Socke nach den Angaben auf dem Garnband. Danach verändert sich das Maschenbild oft noch ein wenig; die Maschen legen sich zusammen und die Socke sitzt gleichmäßiger. Häkle die zweite Socke mit denselben Reihen- und Rundenzahlen. Gerade bei der Fersenklappe ist es verlockend, sich auf das Gedächtnis zu verlassen. Eine kurze Notiz zur Zahl der Reihen und aufgenommenen Seitenmaschen erspart späteres Rätseln.

Bevor du das Garn für immer weglegst, vergleiche beide Socken nebeneinander: Bündchenhöhe, Fersenlänge und Fußmaß sollten möglichst übereinstimmen. Kleine Unterschiede sind bei Handarbeit normal und verschwinden am Fuß meist stärker, als man auf dem Tisch vermutet. Wenn du beim ersten Paar eine Stelle findest, die sich noch verbessern ließe, ist das kein misslungener Versuch. Bei Socken zeigt sich die eigene Häkelweise besonders deutlich – und genau dieses Wissen macht das nächste Paar oft spürbar bequemer.

Foto von Maria Kovalets auf Unsplash

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