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Volumenvlies einnähen – Anleitung – Volumenvlies richtig einnähen – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Nähprojekte

Volumenvlies einnähen – Anleitung – Volumenvlies richtig einnähen – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Nähprojekte

Bei einer selbst genähten Tasche fällt es oft erst beim Wenden auf: Die Außenseite wirkt schön, aber sie bleibt weich und knickt an den Stellen ein, an denen sie eigentlich Form halten sollte. Volumenvlies kann das ändern. Es bringt Polsterung und Stand, macht ein Nähstück aber auch dicker – und genau dort entstehen die typischen Schwierigkeiten: Lagen verschieben sich, die Maschine zieht den Stoff ungleichmäßig ein oder die Ecken werden klobig.

Mit ein wenig Vorbereitung lässt sich das gut vermeiden. Ich behandle Volumenvlies nicht als bloße Zwischenlage, sondern als Teil des Materials: Es beeinflusst, wie sich das fertige Stück anfühlt, wie es fällt und wie leicht es sich unter dem Nähfuß führen lässt. Die passende Sorte und eine ruhige Reihenfolge sind deshalb wichtiger als ein besonders komplizierter Stich.

Erst klären, welches Vlies vor Ihnen liegt

„Volumenvlies“ ist ein Sammelbegriff. Manche Vliese werden aufgebügelt, andere werden eingenäht. Für eine klassische Verarbeitung mit drei Lagen – Oberstoff, Vlies und Futterstoff – brauchen Sie ein nicht aufbügelbares Volumenvlies. Es wird zwischen die Stofflagen gelegt und beim Nähen oder Quilten fixiert. Aufbügelbares Vlies hat dagegen eine Klebeschicht. Es wird nach Herstellerangabe aufgebügelt und kann zusätzlich abgesteppt werden, ist aber nicht automatisch für jede Konstruktion geeignet.

Auch die Stärke macht einen spürbaren Unterschied. Dünnes Volumenvlies eignet sich etwa für leichte Tischsets oder eine wenig gepolsterte Tasche. Eine dickere Variante gibt einem Kissen oder einer warmen Decke mehr Volumen, lässt sich aber schwerer durch mehrere Stofflagen führen. Bei Taschen kann ein steiferes Vlies gewünscht sein; bei Kleidung würde es häufig zu viel auftragen. Wenn Sie unsicher sind, schneiden Sie vorab ein kleines Probestück zu und legen Sie es zwischen zwei Stoffreste. Schon beim Zusammendrücken zeigt sich, ob das Ergebnis zu weich oder zu bauschig wird.

Die Angaben auf der Verpackung sollten Sie nicht überspringen. Sie nennen meist geeignete Stoffe, Waschbedingungen und den empfohlenen Abstand zwischen den Steppnähten. Dieser Abstand ist besonders wichtig: Werden die Lagen zu selten fixiert, kann das Vlies beim Waschen oder im Gebrauch wandern. Zu viele Nähte machen das Stück dagegen steifer und drücken den bauschigen Eindruck zusammen.

Stoff und Vlies vorbereiten

Schneiden Sie zuerst die Stoffteile nach dem Schnittmuster zu. Ob auch das Vlies exakt zugeschnitten wird oder etwas größer bleiben sollte, hängt von Projekt und Vlies ab. Bei einem kleinen, geraden Stück schneide ich die Lagen meist auf dasselbe Maß zu. Bei einer Decke oder einem größeren Quiltsandwich lasse ich das Vlies zunächst rundherum etwas überstehen. So kann ich die Lagen beim Heften besser greifen und später sauber zurückschneiden.

Vor dem Zuschnitt prüfe ich, ob das Vlies eine erkennbare Laufrichtung oder eine leicht unterschiedliche Oberfläche hat. Bei vielen Vliesen ist das kaum relevant; bei manchen fühlt sich eine Seite glatter an oder die Fasern liegen in einer bestimmten Richtung. Ein kurzer Griff über die Fläche genügt oft, um Unterschiede zu bemerken. Wenn das Material laut Etikett gewaschen werden darf und das fertige Projekt später in die Waschmaschine soll, richte ich mich nach den Pflegehinweisen des Herstellers. Nicht jedes Volumenvlies sollte vorgewaschen werden.

Bei stark knitterigem Stoff lohnt es sich, den Oberstoff und das Futter vor dem Zusammensetzen zu bügeln. Falten, die im Sandwich eingeschlossen werden, lassen sich später kaum noch korrigieren. Das Vlies selbst wird nicht einfach mit dem Bügeleisen platt gedrückt, außer die Anleitung des Produkts sieht genau das vor. Zu viel Hitze kann manche Kunstfasern verformen oder ihre Bauschkraft verringern.

Die Lagen ruhig aufeinanderlegen

Für ein einfaches Sandwich liegt das Vlies zwischen Oberstoff und Futter. Legen Sie den Oberstoff mit der rechten Seite nach unten auf den Tisch, darauf das Volumenvlies und zuletzt das Futter mit der rechten Seite nach oben. Bei einem Projekt, das später gewendet wird, kann die Anordnung je nach Nähweise anders aussehen; wichtig ist, dass am Ende die gewünschten Stoffseiten außen liegen. Streichen Sie jede Lage mit den Händen von der Mitte nach außen glatt. Ziehen Sie dabei nicht am Stoff. Schon ein leichter Zug kann eine Kante länger machen als die andere.

Zum Fixieren eignen sich Heftstiche, Sicherheitsnadeln oder Sprühkleber, sofern dieser für das Material vorgesehen ist. Bei einem kleinen Täschchen reichen oft mehrere Stecknadeln oder Klammern, die Sie in regelmäßigen Abständen setzen. Für eine Decke verwende ich lieber gebogene Sicherheitsnadeln oder großzügige Heftreihen. Die Fixierung sollte flach liegen und darf die Lagen nicht zusammenziehen. Nadeln setze ich so, dass ich beim Nähen nicht direkt darübersteppen muss; das erspart Stopps und schützt die Nadel.

Bei einem aufbügelbaren Vlies wird zuerst die Klebeseite nach Anleitung mit dem Stoff verbunden. Ein dünnes Baumwolltuch zwischen Bügeleisen und Material kann vor Glanzstellen schützen. Bügeln Sie mit Druck und heben Sie das Eisen an, statt es über die Fläche zu schieben. So bleibt der Stoff eher an seinem Platz. Danach kontrolliere ich die Verbindung an einer Ecke, bevor ich das ganze Teil weiterverarbeite.

So nähen Sie die Lagen zusammen

Bevor Sie am eigentlichen Werkstück beginnen, nähen Sie ein Probestück aus denselben Stoffen und dem gleichen Vlies. Damit sehen Sie, ob die Maschine die Dicke gleichmäßig transportiert und ob die Stichlänge passt. Für viele Projekte ist eine etwas längere Stichlänge von ungefähr 3 bis 3,5 mm ein guter Ausgangspunkt. Bei sehr dünnem Material kann eine kürzere Einstellung besser aussehen; bei dicken Lagen wirkt ein zu kurzer Stich dagegen schnell dicht und hart.

Verwenden Sie eine frische Nadel, deren Stärke zum Oberstoff und zur gesamten Lagenzahl passt. Häufig ist eine Universalnadel der Stärke 80 oder 90 ausreichend; bei sehr dichtem Stoff oder mehreren dicken Schichten kann eine stärkere Nadel nötig sein. Wenn die Maschine Stiche auslässt oder die Nadel sich sichtbar biegt, nicht einfach kräftiger weiternähen. Prüfen Sie Nadeltyp, Nadelzustand und die Höhe des Nähfußes. Ein Obertransportfuß oder ein verstellbarer Nähfußdruck kann bei rutschigen Lagen helfen, ist aber nicht für jedes Projekt erforderlich.

Bei größeren Flächen nähe ich zuerst eine Linie in der Mitte und arbeite dann nach außen. Dadurch verteilen sich kleine Spannungen besser, als wenn man an einer Außenkante beginnt und sich über die gesamte Breite vorarbeitet. Für eine Decke können gerade Linien, ein Raster oder einfache parallele Nähte genügen. Entscheidend ist, dass die Abstände zur verwendeten Vliesart passen. Bei einer Tasche reichen oft einige gezielte Steppnähte, während eine große Fläche regelmäßiger abgesteppt werden muss, damit das Vlies dauerhaft an Ort und Stelle bleibt.

Führen Sie das Material vor und hinter dem Nähfuß, ohne daran zu ziehen. Wenn sich der Stoff vor der Nadel staut, halten Sie an, senken Sie die Nadel in den Stoff und richten Sie die Lagen neu aus. Ein Obertransport kann verhindern, dass die obere Lage der unteren davonläuft. Bei langen Nähten helfen außerdem Klammern oder Heftstiche, die Sie abschnittsweise entfernen. Für eine saubere Kante nähen Sie zunächst innerhalb der späteren Nahtzugabe oder sichern die Fläche mit einer Randnaht; welche Variante passt, hängt davon ab, ob das Projekt anschließend gewendet oder eingefasst wird.

Ecken, Kanten und dicke Stellen

Die meisten Probleme zeigen sich nicht mitten auf einer Fläche, sondern an Kreuzungen und Ecken. Dort treffen mehrere Nahtzugaben aufeinander, und das Vlies verstärkt die Dicke zusätzlich. Schneiden Sie die Nahtzugaben erst zurück, wenn klar ist, dass die Naht hält. An einer gewendeten Ecke können Sie die Nahtzugabe anschließend schräg einkürzen, ohne die Naht selbst anzuschneiden. Bei sehr voluminösem Vlies lässt sich überschüssiges Material in der Nahtzugabe vorsichtig ausdünnen.

Wenn Sie eine Tasche oder ein Etui aus einem Volumenvlies-Sandwich nähen, testen Sie das Wenden zunächst an einer Probe. Eine Öffnung, die bei dünnem Stoff bequem erscheint, kann mit Vlies zu knapp sein. Pressen Sie die Kanten nach dem Wenden nicht mit Gewalt flach. Formen Sie sie mit den Fingern oder einem stumpfen Werkzeug aus und bügeln Sie nur dann, wenn Material und Pflegehinweise die Temperatur erlauben.

Wenn etwas verrutscht oder sich wellt

Ein welliger Stoffrand entsteht häufig, weil eine Lage beim Nähen gedehnt wurde oder der Transporteur die Schichten unterschiedlich bewegt hat. Trennen Sie eine kurze Probe auf und prüfen Sie, welche Lage sich verschoben hat. Mehr Stecknadeln allein lösen das Problem nicht immer; bei längeren Nähten helfen Heften, ein Obertransportfuß oder eine geringere Geschwindigkeit. Liegt die Maschine an dicken Übergängen fest, kann ein Höhenausgleich hinter dem Nähfuß dafür sorgen, dass dieser waagerecht bleibt.

Wird das fertige Stück zu flach, kann der Abstand der Steppnähte zu eng gewählt oder das Vlies zu stark gepresst worden sein. Ist es dagegen ungleichmäßig bauschig, wurde es möglicherweise nicht ausreichend fixiert. Bei einem bereits fertigen Stück lässt sich das nur begrenzt korrigieren. Deshalb lohnt sich ein Probestück besonders bei teurem Stoff oder bei Projekten, deren Form später kaum noch verändert werden kann.

Wenn die Lagen gut vorbereitet sind, muss das Nähen nicht hastig oder kompliziert sein. Ich nehme mir lieber ein paar Minuten für ein sauber geheftetes Sandwich, als später eine lange Naht wieder aufzutrennen. Beim fertigen Stück sieht man diese Vorbereitung kaum – man merkt sie daran, dass nichts wandert, die Kanten ruhig liegen und das Volumen genau dort bleibt, wo es dem Projekt guttut.

Foto von Erwin Bosman auf Unsplash

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