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Kinder-Strickjacke – Anleitung – Wie man eine einfache Strickjacke für Kinder Schritt für Schritt strickt

Kinder-Strickjacke – Anleitung – Wie man eine einfache Strickjacke für Kinder Schritt für Schritt strickt

Bei Kinderkleidung zeigt sich oft erst im Alltag, ob ein selbst gestricktes Stück wirklich gut durchdacht ist: Die Jacke soll über ein T-Shirt passen, beim Spielen nicht an den Armen ziehen und sich morgens ohne lange Diskussion schließen lassen. Eine schlichte Strickjacke mit Knöpfen erfüllt das ziemlich zuverlässig. Ich stricke sie für diese Anleitung in einzelnen Teilen und nähe sie anschließend zusammen. Das ist nicht die nahtloseste Methode, aber gerade für den ersten Versuch hat sie einen Vorteil: Rücken, Vorderteile und Ärmel lassen sich gut messen und bei Bedarf einzeln anpassen.

Die Anleitung ist als Beispielgröße für ein Kind von ungefähr 4 bis 5 Jahren beziehungsweise etwa 110 cm Körpergröße gedacht. Entscheidend ist nicht das Alter auf dem Etikett, sondern die tatsächliche Passform. Die fertige Jacke ist ungefähr 72 cm weit und bietet damit über einem dünnen Oberteil etwas Bewegungsraum. Wenn das Kind kräftiger gebaut ist oder die Jacke über einen Pullover passen soll, lohnt sich ein Blick auf die Maße, bevor du anschlägst.

Material und Maschenprobe – lieber einmal genau messen

Du brauchst etwa 350 bis 450 g glattes Garn in mittlerer Stärke, abhängig von Lauflänge, Größe und persönlicher Strickweise. Dazu kommen fünf Knöpfe mit etwa 18 mm Durchmesser, eine Rundstricknadel oder ein Nadelspiel für die Bündchenarbeit ist nicht nötig, da die Teile flach gestrickt werden. Verwende für das Bündchen Nadeln in Stärke 3,5 mm und für das übrige Gestrick ungefähr 4 mm. Eine Wollnadel zum Zusammennähen und ein paar Maschenmarkierer sind ebenfalls hilfreich.

Mit der größeren Nadel sollte deine Maschenprobe glatt rechts 20 Maschen und 28 Reihen auf 10 cm ergeben. Stricke dafür ein ausreichend großes Stück, wasche es so, wie später auch die Jacke gewaschen wird, und miss erst im trockenen Zustand. Ein Unterschied von nur zwei Maschen auf 10 cm verändert die Weite bei diesem Modell bereits um mehrere Zentimeter. Falls deine Probe zu fest ist, nimm eine größere Nadel; ist sie zu locker, eine kleinere. Die Nadelstärke auf der Garnbanderole ist dabei nur ein Ausgangspunkt.

Rücken und Vorderteile entstehen getrennt

Für das Rückenteil schlägst du mit der kleineren Nadel 72 Maschen an. Stricke 4 cm im Wechsel eine Masche rechts, eine Masche links. Danach wechselst du zur größeren Nadel und arbeitest glatt rechts weiter: In den Hinreihen rechte Maschen, in den Rückreihen linke. Miss ab Anschlagkante. Bei etwa 23 cm Gesamthöhe beginnt der Armausschnitt.

Für beide Armausschnitte kettest du am Anfang der nächsten zwei Reihen jeweils 3 Maschen ab. Danach nimmst du in jeder Hinreihe am Anfang und am Ende der Reihe je eine Masche ab, und zwar insgesamt dreimal. Es bleiben 60 Maschen. Stricke gerade weiter, bis das Rückenteil ab Anschlag ungefähr 36 cm misst. Für eine einfache, leicht gerade Schulterform kettest du nun die mittleren 24 Maschen für den Halsausschnitt ab. Die verbleibenden 18 Maschen jeder Schulter werden jeweils in drei Etappen zu 6 Maschen abgekettet. Arbeite die beiden Seiten nacheinander.

Die Vorderteile sind jeweils halb so breit wie das Rückenteil. Schlage für ein Vorderteil 36 Maschen an und stricke ebenfalls 4 cm im 1-rechts-1-links-Bündchen. Danach geht es glatt rechts weiter. Wenn das Teil ab Anschlag 23 cm misst, formst du den Armausschnitt an der äußeren Kante: Kette dort zunächst 3 Maschen ab und nimm anschließend in jeder Hinreihe dreimal eine Masche ab. So bleiben 30 Maschen.

Bei ungefähr 7 cm Armausschnitthöhe beginnt der Halsausschnitt an der inneren Kante. Kette dort zuerst 6 Maschen ab. Danach nimmst du am Halsausschnittrand in den folgenden Hinreihen 3, 2 und 1 Masche ab. Die 18 verbliebenen Maschen bilden die Schulter. Stricke bis zur Höhe des Rückenteils und teile sie wie dort in drei Abschnitten zu je 6 Maschen ab. Das zweite Vorderteil arbeitest du spiegelverkehrt. Leg dir am besten gleich zu Beginn eine Notiz daneben, auf welcher Seite Armausschnitt und Ausschnitt liegen; beim zweiten Teil ist ein kleiner Denkfehler schnell passiert.

Ärmel mit ruhiger Zunahme

Schlage für jeden Ärmel mit der kleineren Nadel 36 Maschen an und stricke 4 cm im Rippenmuster. Wechsle zur größeren Nadel und arbeite glatt rechts. Für die Ärmelweite nimmst du auf beiden Seiten jeweils eine Masche zu, insgesamt achtmal in jeder sechsten Reihe. Am Ende hast du 52 Maschen. Die Zunahmen wirken am gleichmäßigsten, wenn du sie etwa eine Masche innerhalb der Kante arbeitest; so bleibt die spätere Naht ruhiger.

Stricke ohne weitere Zunahmen weiter, bis der Ärmel ab Anschlag etwa 29 cm misst. Für die Ärmelkugel kettest du am Anfang der nächsten zwei Reihen jeweils 3 Maschen ab. Danach nimmst du in jeder zweiten Reihe beidseitig eine Masche ab, insgesamt zehnmal. Kette die verbliebenen 26 Maschen locker ab. Ärmel können bei Kindern je nach Körperbau und gewünschter Länge deutlich unterschiedlich ausfallen. Miss deshalb vor dem Abketten vom Handgelenk bis zur Schulter und vergleiche den Wert mit dem Kleidungsstück, das gut sitzt.

Zusammennähen und die Knopfleiste sauber arbeiten

Lege die Teile vor dem Nähen auf eine ebene Fläche und vergleiche ihre Maße. Kleine Unterschiede lassen sich durch vorsichtiges Spannen ausgleichen; größere Abweichungen solltest du nicht einfach in der Naht verstecken. Schließe zuerst die Schulternähte. Nähe dann die Ärmel mittig an die Armausschnitte und achte darauf, dass die Ärmelmitte auf der Schulternaht liegt. Anschließend schließt du Ärmel- und Seitennähte in einem Zug. Eine Matratzennaht ist bei glatt rechts gestrickten Teilen eine gute Wahl, weil sie kaum aufträgt. Ziehe den Faden nicht zu fest an, sonst wird die Seitennaht steif.

Für die Blenden nimmst du mit der kleineren Nadel entlang einer Vorderkante, um den Halsausschnitt herum und an der anderen Vorderkante Maschen auf. An geraden Seitenkanten funktioniert als Richtwert, etwa drei Maschen aus jeweils vier Reihen aufzunehmen. An waagerechten Anschlag- und Abkettkanten nimmst du ungefähr eine Masche pro Masche auf. Verteile die Maschen gleichmäßig und gleiche die Zahl bei Bedarf in der ersten Reihe so aus, dass du im 1-rechts-1-links-Rippenmuster arbeiten kannst. Die Blende sollte flach liegen: Zieht sie sich zusammen, fehlen Maschen; wellt sie sich, sind es zu viele.

Stricke die Blende ungefähr 2,5 cm hoch und kette elastisch ab. Auf der rechten Vorderseite arbeitest du in der passenden Höhe fünf Knopflöcher ein, verteilt zwischen unterem Rand und Halsausschnitt. Für ein kleines Knopfloch kettest du in einer Reihe zwei Maschen ab und schlägst sie in der folgenden Reihe wieder neu an. Miss den Abstand an den Knöpfen selbst ab, statt ihn nur nach Augenmaß festzulegen. Bei einer Strickjacke für ein Kind sollten die Knöpfe fest angenäht sein; sichere den Faden mehrfach, ohne den Stoff dabei zusammenzuziehen.

Was sich vor dem ersten Tragen noch prüfen lässt

Vernähe die Fäden sorgfältig und wasche oder dämpfe die Jacke entsprechend der Pflegehinweise des Garns. Bei Wolle genügt meist vorsichtiges Waschen; starkes Ziehen mit dem Bügeleisen kann das Gestrick platt drücken. Lass das Stück liegend trocknen und richte die Vorderkanten dabei gerade aus. Danach prüfst du noch einmal, ob die Knopfleiste flach bleibt, die Ärmel frei fallen und die Nähte nicht drücken.

Die Zahlen in dieser Anleitung geben einen verlässlichen Startpunkt, ersetzen aber nicht das Maßnehmen am Kind. Ein paar Zentimeter mehr Körperlänge können angenehm sein, während zu lange Ärmel beim Spielen ständig über die Hände rutschen. Gerade darin liegt ein stiller Vorzug handgestrickter Kleidung: Du kannst die Jacke an die Person anpassen, die sie tragen wird. Wenn sie später ein wenig kleiner geworden ist, bleibt vielleicht nicht jede Masche perfekt, aber oft genau die Erinnerung daran, wie viel Alltag in einem selbst gestrickten Kleidungsstück Platz hat.

Foto von Samantha Romero auf Unsplash

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